Heimeintritt verschieben / überflüssig machen

Als ich vor ein paar Tagen Herrn Vivian vom gleichnamigen Sanitätshaus mit dem Anliegen ansprach, sich für die Vernetzung von uns einzusetzen, weil meine 101-jährige Mutter und ich mich mit unserer etwas anderen Lebensform isoliert fühlen, da Leute wie meine Mutter, wenn sie überhaupt noch leben, im Pflegeheim sind, sagte dieser, das komme eben davon, dass ich für meine Mutter in dieser besonderen Form da bin. Und er sagte, seine Mutter habe sich kürzlich für das Heim entschieden, da sie sich zuhause wegen Gehschwierigkeiten unsicher fühle. Ich erwiderte, der springende Punkt sei, dass man rechtzeitig dafür sorgen müsse, im Alter nicht allein zu sein bzw. für einen Lebenspartner sorgen muss. Er pflichtete bei, und es ist ja auch so, dass durch Vernetzung solche Partnerschaften entstehen können. Es müssen dann ja nicht mal unbedingt Zweierbeziehungen sein. Denkbar sind ja auch Wohngemeinschaften oder Gemeinschaften von nahe beieinander Wohnenden.

 

Das Problem aber, das darin besteht, verschärft sich, wenn es um Demenzerkrankte geht, denn Demenz ist auch heutzutage immer noch ein Tabu, sagte die stellvertretende Geschäftsleiterin, Frau Geiser - und ich denke, sie hat recht. Nicht umsonst hat sogar die KESB versucht, das Publizieren von Videos über unsere Lebensweise zu verhindern.

 

Nun, wir lassen uns das Recht nicht verbieten und sind inzwischen auch anwaltlich vertreten. Es geht weiter und wir stehen beratend, mitarbeitend und vermittelnd zur Verfügung, Heimeintritte zu vermeiden. Denn ein Heimeintritt bedeutet im Durchschnitt in der Schweiz eine Lebensdauer von nur noch zwei Jahren und bei Demenz von ein paar Wochen bis höchstens Monaten. Ganz abgesehen von der persönlichen Entwicklung, die im Alter auch mit Demenz - bzw. gerade wegen Demenz - möglich ist, wenn man frei ist. Entscheidend aber ist, dass man die ganz praktischen Probleme, die man zuhause antrifft, wie zum Beispiel das Behandeln von Dekubitus, lösen kann. Aber keine Bange. Da steht Herr Vivian da und hält Ihnen anärobe Bakterien hin, die Sie auf die Wunde streuen können - in keinem Katalog zu finden, respektive nicht für diese Verwendung. Da steckt ein engagiertes Leben dahinter, welches auf die Suche gegangen ist und gefunden hat. Und genau das ist unser Spirit. Auch Frau Geiser wird Ihnen alle Probleme zum Beispiel bei Kompressionsstrümpfen lösen, auch wenn sie hoffnungslos so aussehen:

Es gibt gibt immer wieder Neuentwicklungen, und Frau Geiser kennt sie und recherchiert. Es gibt da sogar eine Neuentwicklung, die von sehr sensiblen Menschen akzeptiert werden. Und dies ist unerlässlich, wenn man nicht offene Beine erhalten und zu einem schon fast sicheren Heimfall werden will. Und aus der vitalitätsorientierten Pflege erhalten Sie das Training für diesen sagenhaften Geisteszustand, der Sie gegenüber sogar Aggression emotional immunisiert. Und Sie brauchen Ihre Liebste, Ihren Liebsten wegen den für die Spitex unerträglichen Verhalten (siehe untenstehender Leserbrief) nicht ins Pflegeheim zu geben. Sie brauchen die Spitex dazu gar nicht mehr.